loading...

Von Barbara Holub / transparadiso und Folke Köbberling / Köbberling Kaltwasser
17. Januar – 28. Februar 2013
Eröffnung: 17. Januar um 18 Uhr
Glockengasse 6, 1020 Wien

Die Ausgabe 13 der „Wandzeitung“ thematisiert die transdisziplinäre Rolle des Urban Practitioner[1] anhand einer dekonstruierten Schaufensterpuppe in verschiedenen Kontexten und Operationsfeldern.
Die Wandzeitung befindet sich im 2.Bezirk, in einem Viertel, das seit einigen Jahren einem radikalen Transformations- und Verdrängungsprozess unterliegt. Dabei mussten etliche alt eingesessene Einzelhandelsgeschäfte schließen. Diese Orte wurden oftmals von KünstlerInnen und sogenannten „KreativarbeiterInnen“ übernommen.Auch die Künstlergruppe Steinbrener/Dempf hat ihr Studio in den Räumen eines ehemaligen Bettwarengeschäfts bezogen (Ecke Glockengasse/ Rotensterngasse) und bespielt die Schaufensterfront seit 2010 als „Wandzeitung“. 

Folke Köbberling und Barbara Holub nehmen das Motiv der Schaufensterpuppe als Zitat und setzen diese fragmentiert in immer neuen Konstellationen als Urban Practitioner ein. Sie werten sie somit um – von einer jeglicher Eigenschaften entkleideten Figur in das komplexe Potential multipler Rollen und Strategien, die neue Werte gemeinschaftlichen Handelns entgegen neo-liberal orientierten Wirtschaftens propagieren.
Der Urban Practitioner agiert als transdisziplinäre Rolle zwischen den Rollen von KünstlerInnen, StadtplanerInnen, ArchitektInnen, KuratorInnen, TheoretikerInnen, SoziologInnen. Er emanzipiert sich gegenüber herkömmlichen und vorherrschenden Planungspraktiken und erforscht neue Möglichkeiten des urbanen Handelns in der Theorie und Praxis, um aktuellen Problemen und den komplexen urbanistischen Fragestellungen begegnen zu können. Er operiert mit künstlerischen Praktiken in urbanen oder regionalen Kontexten, für langfristige Strategien; er lässt sich nicht für Aufwertungsprozesse vereinnahmen, behauptet sich gegenüber feindlichen Übernahmen und reklamiert neue Anerkennung als künstlerische Praxis auch auf dem Kunstmarkt. Seine Agenden wurden in Vorträgen, Workshops und öffentlichen Diskussionen beim Symposium „Planning Unplanned“, das Barbara Holub im November 2012 am Institut für Kunst und Gestaltung 1 an der TU Wien durchführte, thematisiert [2].
Wandzeitung 1