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deseo urbano_deutsch

  • http://www.transparadiso.com
  • Authors: transparadiso (Barbara Holub/ Paul Rajakovics)
  • Location: Valparaíso / Chile
  • Year: 2000 > 2001
  • Budget: 1.500€
 

deseo urbano

_das Spiel als Tool für Wunschproduktion
Jänner 2000: Die Altstadt Valparaísos wurde zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt – ein internationales Architektursymposion fand statt. transparadiso nutzte die internationale Aufmerksamkeit um ein vernachlässigtes Viertel zu bearbeiten, das fernab von Interessen des Weltkulturerbes lag. Ein katholisches Mädchenheim war Ausgangspunkt, um einen urbanen Prozess von Seiten der Bewohnerinnen her zu initiieren.
transparadiso konzipierte mit StudentInnen aus Italien und Chile ein Videoprojekt, okkupierte die Straße als Filmset und nutzte das Skript als Anlaß, über Fiktionen für die Stadt und die Gesellschaft nachzudenken. Ein Jahr später wurde die öffentliche Vorführung des Videos auf der Plaza la Matriz Ausgangspunkt und Start für das urbane Spiel “deseo urbano”, welches über eine veränderte Lesart von Valparaíso Recherche und Intervention zugleich war. Die Einladung zur Teilnahme am Spiel an verschiedenen privaten und öffentlichen Orten (z.B. MINVU / Ministerium für Wohnbau und Urbanismus der fünften Region Chiles; Organisation des Weltkulturerbes; sowie Parks, Cafés etc.), wurde über Plakate und Postkarten, die gleichzeitig Spielkarten sind, sowie über Berichte in den Tageszeitungen verbreitet. Die BewohnerInnen waren aufgefordert, ihre Wünsche jenseits herkömmlicher städtebaulicher Kategorien zu positionieren. Spielbrett, Würfel und Spielkärtchen sollten helfen, innerhalb der Kategorien salmón (Lachs), aparición/apariencia (Erscheinung), und adelante (vorwärts) persönliche Wünsche an die Stadt zu stellen. Diese Wünsche wurden gesammelt und im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung an das MINVU übergeben. Unsere Partnerin in Valparaíso, Paz Undurraga, wurde daraufhin als Referentin für Sonderprojekte vom MINVU beauftragt.

2000 internationales Architektursymposion mit Universidad Católica und Universidad Tecnica, Valparaíso/ Chile (organisiert von ACMA/ Antonio Angelillo), sowie Workshop mit den StudentInnen; 2001 urbane Intervention “deseo urbano” (mit Paz Undurraga/ Architektin).

transparadiso

transparadiso wurde 1999 von Barbara Holub (Künstlerin) und Paul Rajakovics (Architekt und Urbanist) als Plattform zwischen Architektur, Kunst und Urbanismus gegründet. transparadiso beschäftigt sich mit urbanen Fragestellungen im aktuellen gesellschaftspolitischen Kontext, und entwickelt neue Tools und Strategien für „direct urbanism“.

Seit 2001 Redaktionsmitglied von dérive_Zeitschrift für Stadtforschung. 2004 Schindler-stipendium des MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles. Derzeit ist von transparadiso in Salzburg-Lehen ein neues Quartier auf dem ehemaligen Stadtwerkareal mit Wohnen, Kultur- und Geschäftsnutzungen in Fertigstellung. (2007 den Otto-Wagner-Städtebaupreis). 2011 > “Commons kommen nach Liezen”, KÖR Steiermark – ein “Kunstmodell” und langfristiges Zukunftskonzept, das neue Werte und Ökonomien des gemeinschaftlichen Handelns exploriert.
Barbara Holub leitet seit 2010 das Forschungsprojekt “Planning Unplanned _ die Rolle von Kunst im Kontext urbaner Entwicklung” am Institut für Kunst und Gestaltung 1, TU Wien. Paul Rajakovics lehrt derzeit an der TU Wien am Institut Architektur und Entwerfen, Abt. Wohnbau und Entwerfen (Karenzvertretung Prof. Pollak)